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Bis ins 20. Jahrhundert hinein lebte die Bevölkerung von Vals fast ausschliesslich von der Landwirtschaft. Auch wenn heute mit Gewerbe und Dienstleistungen mehr Geld verdient wird, hat die Landwirtschaft immer noch einen hohen Stellenwert. Denn Menschen und Landschaft sind geprägt von dieser altüberlieferten Berglandwirtschaft: Das ist die Seele des Tals.
Traditionell erstreckte sich in Vals die landwirtschaftliche Nutzung auf mehrere weit auseinander liegende Stufen (Tal, Maiensäss, Alp). Dies bewirkte als Anpassung an die schwierige Geländebedingungen eine ausgeprägte Dezentralisation. Durch den Bau von Grossställen gehört diese Art der Bewirtschaftung immer mehr der Vergangenheit an: Die Bauern transportieren das meiste Heu ins Tal.
Die Valser Bauern haben vor einigen Jahren geschlossen umgestellt auf den zertifizierten biologischen Landbau (Knospe). Im Sommer wird Vals durch eine Milchleitung von der Leisalp aus versorgt. In der Dorfsennerei gibt es frische Alpenmilch; die restliche Milch wird verarbeitet zu Rahm, Butter, Jogurt, Käse.
Auf dem Gebiet der Gemeinde Vals hat es vierzehn Alpen, die eine Fläche von ungefähr 100 km2 ausmachen. Im Kanton Graubünden besitzt nur gerade die Landschaft Davos ein noch grösseres Alpareal. Auf den Valser Alpen wird eine grosse Zahl auswärtigen Viehs gesömmert: Rund zwei Drittel aller Rinder und Schafe stammen aus den umliegenden Gemeinden und aus dem Unterland. Bemerkenswert ist die Geissalp im Peiltal. Den einheimischen Initianten dieser Alp ist es gelungen, die brachliegenden Heuberge für die Alpwirtschaft zu nutzen.
© Vals 2008