Menu

Geschichte

Besiedlung

Prähistorische Funde belegen, dass in der Bronze- und Eisenzeit ein wichtiger alpenquerender Verkehrsweg von Ilanz über den Valserberg und Bernhardinpass nach Süden ins Tessin führte. Aber erst im 11. und 12. Jahrhundert erfolgte die dauernde Besiedlung der Talsohle von Vals. Es waren Romanen aus dem vorderen Lugnez.

Um 1300 liessen sich deutschsprachige Walliser im Tal nieder: nicht zufällig, die rätischen Territorialherren waren interessiert, neuen Wirtschaftsraum zu erschliessen. Diese „Walser“ bildeten bald einmal die Mehrheit.

Güterverkehr

Bis zum Bau der Verbindungsstrasse nach Ilanz (1879/80) wickelte sich der gesamte Warenverkehr nach Süden ab über den Valserberg nach Hinterrhein. Legendär sind die Valser Bergträger, die hauptsächlich im Winter die schweren Lasten über den Berg trugen. Das Handelsvieh trieben die Valser ebenfalls über den «Berg» nach Bellenz (Bellinzona) und Lauis (Lugano) auf die Märkte des Südens.

Naturgewalten

Bergstürze, Rüfen, Hochwasser haben Vals immer wieder heimgesucht. Die Lawinenchronik reicht bis ins Jahr 1598 zurück. Schrecklich war auch das Hochwasser von 1868, das den ganzen Talboden überschwemmte und Siedlungsteile zerstörte. Im Anschluss an diese Katastrophe überlegte sich das Dorf, geschlossen nach Amerika auszuwandern.Von seiner schlimmsten Katastrophe wurde Vals am 20. Januar 1951 getroffen. Die Schneemassen der linken Talseite verschütteten 34 Personen, von denen 19, darunter 14 Kinder, in Schnee und Trümmern den Tod fanden.Die Gemeinde Vals hat mit Hilfe von Bund und Kanton grosse Anstrengungen unternommen, um die Lawinengefahr zu bannen. Für Aufforstungen und Verbauungen wurden insgesamt 21,5 Millionen Franken aufgewendet.

Therme Vals

Im Jahre 1891 wurde die warme Mineralquelle gefasst und im Sommer 1893 das «Kurhaus Therme» mit 60 Betten und einem Badehaus in Betrieb genommen.
Vals erfuhr einen bescheidenen wirtschaftlichen Aufschwung. Die rund 60-jährige Geschichte der «alten Therme» war geprägt vom wirtschaftlichen Auf und Ab der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, der Zwischenkriegszeit mit der Weltwirtschaftskrise und der Zeit des Zweiten Weltkriegs. 1960 kaufte der deutsche Mineralwasserfachmann Kurt Vorlop die Kurhausliegenschaft samt den Quellen. Er baute zunächst eine kleine Abfüllstation und vertrieb das Wasser in Literflaschen. 1962 begann Vorlop mit dem Bau eines neuen Kurzentrums. Die Anlage bestand aus einem Gebäudekomplex mit dem «Thermal-Mineral-Hallen- und Wellen-Freischwimmbad» und der Kurmittelabteilung, der Hotelinfrastruktur und 345 an Private veräusserte Kur-Appartements. Das Zentrum wurde im Mai 1970 dem Betrieb übergeben.

Kraftwerk Zervreila

Die eigentliche Zäsur war Mitte des 20. Jahrhunderts der Bau der Staumauer am Ausgang des Talbodens von Zerfreila. Aus dem Kraftwerkbau (1951–58) ergaben sich grosse Verdienstmöglichkeiten. Durch die fliessenden Konzessionsgebühren, Wasserzinsen und neuen Steuern konnte die Gemeinde längst fällige Aufgaben lösen. Dennoch blieb Vals auch in den fünfziger Jahren ein Bauerndorf, 50% der erwerbstätigen Bevölkerung war immer noch in der Landwirtschaft tätig.

Wintertourismus

1975 wurde das Skigebiet Vals-Dachberg eröffnet. Die Gemeinde beteiligte sich namhaft an den Investitionen. Der nun einsetzende Wintertourismus brachte die Gemeinde nochmals vorwärts. Mit der 1996 eröffneten Erweiterung gehört der Dachberg zu den drei höchstgelegenen Skigebieten Graubündens. Entsprechend ist das Panorama: von den Ostalpen über das Berninamassiv bis zu den grossen Viertausendern des Wallis.

Die neue Therme Vals

Aus Sorge um die Zukunft des Kurbetriebs erwarb die Gemeinde 1983 das Kurhotel von der damaligen Schweizerischen Bankgesellschaft. Und mit der Vorgabe, Wohlbefinden zu schaffen in einem wilden, rauen Bergtal, plante schliesslich der Architekt Peter Zumthor im Auftrag der Gemeinde für rund 25 Millionen Franken ein neues Bad. Es wurde am 14. Dezember 1996 eröffnet. Die Besucherzahlen haben alle Erwartungen übertroffen.