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Flora

Bedingt durch die südliche Lage im Alpenkamm weist das Valsertal einen ganz speziellen Artenreichtum südeuropäischer Gebirgspflanzen auf. Zu den Besonderheiten unter den Blumen zählen auch der eurosibirische Berg-Drachenkopf und die Grasnelke. Für diese und andere selten gewordenen Pflanzen besteht ein Sammelverbot.

Die Gesamtheit aller Pflanzenarten, die in einer bestimmten Region vorkommen, heisst Flora. Unterschiede in Klima und Boden sind verantwortlich für die Zusammensetzung der regionalen Vegetation. Da viele Lebensvorgänge temperaturabhängig sind, spielt die Temperatur für das Leben der Pflanzen eine entscheidende Rolle.

In den Zentralalpen muss eine Pflanze grundsätzlich grössere Temperaturgegensätze aushalten können als in den Voralpen und Aussenketten der Alpen. Die grössere tägliche Erwärmung in den Zentralalpen erlaubt es dagegen den Pflanzen, in höhere Regionen aufzusteigen. Die Waldgrenze liegt daher in Vals bei rund 2000 Meter über Meer.

Wärmeliebende (aber frostunempfindliche) Pflanzen, die sonst nur in südlichen Gegenden oder in Steppengebieten auftreten, können hier noch ziemlich hoch steigen. Die hohe Lichtintensität ist für den Zuckeraufbau (Assimilation) der Pflanze sehr günstig. Und die leuchtenden Blütenfarben sind oft eine Folge vermehrter Farbstoffbildung im hellen Licht (Sonnenschutz).