Fauna
Das Valsertal ist praktisch so gross wie der Schweizerische Nationalpark. Und es leben hier auch die gleichen Gebirgstiere: ungefähr 30 Säugetierarten, über 100 Vogelarten und mehr als 5000 wirbellose Arten, meist kleine Krabbler und Kriecher.
Die wild lebenden Säugetiere müssen sich dem harten Leben im Gebirge anpassen können. Das gelingt ihnen durch ein dichtes warmes Fell und trittsichere Füsse. Manche wechseln die Farbe ihres Haarkleides. Und einige fallen in einen tiefen Winterschlaf.
Alle grossen pflanzenfressenden Arten der Gebirge haben ähnliche Hufformen entwickelt. Sie sind biegsam, haben zangenartige Zehen und relativ weiche, gewölbte, auf abschüssigen Flächen haftende Sohlen.
Die Vögel sind besonders gut für ein Leben in den Bergen ausgerüstet. Rasch können sie aus den Tälern hinauf in die höchsten Höhen gelangen sowie ungünstiger Witterung ausweichen. Gebirgsvögel sind oftmals vollendete Segelflieger.
Einzelne Schmetterlingsarten finden sich ebenfalls das ganze Jahr im Hochgebirge, etwa der Gletscherfalter. Dieser Falter hat sich dem Wind dadurch angepasst, dass er immer ganz dicht über dem Boden fliegt.
Das Murmeltier verbringt den grössten Teil seines Lebens im Boden. Der Winterschlaf dauert von Oktober bis April, die Körpertemperatur sinkt von 37 auf 3–4 °C, und die Herztätigkeit wird von 80 auf 3–4 Schläge/Min. reduziert und die Atmung geht auf 1 Atemzug/Min. zurück.
Die Steinböcke sind die besten Felskletterer, obwohl das Gewicht der Hörner bis 15 kg beträgt.
Im Valsertal nisten durchschnittlich zwei Steinadlerpaare, denn sie beanspruchen sehr grosse Reviere: rund 100 km2/Paar.
